Nach 18 Jahren im Kreistag: Wolfgang Gutgesell verabschiedet sich – „Respekt statt Rassismus" und Rückenwind für „Wasserlosen Gemeinsam"
Langjähriger Kreisrat blickt mit Wehmut, aber auch Stolz auf Erfolge zurück – und erwartet vom neuen Gemeinderat ein klares Signal für Bürgermeisterkandidatin Simone Kreß.
Nach 18 Jahren im Kreistag des Landkreises Schweinfurt hat sich Wolfgang Gutgesell (Die Linke / Bunte Mehrheit) mit seiner letzten Haushaltsrede aus dem Gremium verabschiedet. Dabei mischten sich spürbare Wehmut und politische Klarheit. „Es waren intensive Jahre mit vielen Auseinandersetzungen – aber vor allem mit der Erfahrung, dass man auch als kleiner Akteur etwas bewegen kann", so Gutgesell.
Ein Symbol, das ihm dabei besonders wichtig ist, hängt direkt am Landratsamt: das Schild „Respekt! Kein Platz für Rassismus". Die Initiative geht auf bundesweite Aktionen der Kampagne „Respekt! Kein Platz für Rassismus" zurück und wurde vor Jahren auf Antrag der 3 Kreisrätinnen der Linken hin auch im Landratsamt Schweinfurt (https://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/blechschild-gegen-rassismus-art-6371147) sichtbar gemacht. „Dieses Schild ist für mich einer der größeren Erfolge meiner Kreistagsarbeit", betont er. „Es erinnert jeden Tag daran, dass unsere Verwaltung und unser Landkreis für Vielfalt und gegen Ausgrenzung stehen – und dass Rassismus hier keinen Platz hat." - Dank an Florian Töpper den prominenten Platz
Das beiliegende Foto zeigt Gutgesell vor dem Respekt-Schild am Landratsamt. Es stehe, so der scheidende Kreisrat, „für eine klare Haltung, die wir in Zeiten des Rechtsrucks dringender brauchen denn je".
Neuer Schwerpunkt: Wasserlosen und „Wasserlosen Gemeinsam"
Mit dem Ende seiner Tätigkeit im Kreistag rückt für Wolfgang Gutgesell die Kommunalpolitik in seiner Heimatgemeinde Wasserlosen noch stärker in den Fokus. Bei der Gemeinderatswahl ist er gemeinsam mit der neuen Liste „Wasserlosen Gemeinsam" angetreten, die vor allem die Bürgermeisterkandidatin Simone Kreß unterstützt hat.sw-anzeiger+1
„Simone Kreß hat ein sehr beachtliches Ergebnis erzielt – sowohl bei der Bürgermeisterwahl als auch als Gemeinderätin", unterstreicht Gutgesell. „Sie steht für einen kooperativen Stil, für Teamarbeit statt Lagerdenken und für eine offene, bürgernahe Gemeindepolitik." Aus seiner Sicht wäre es ein starkes Signal, wenn der neue Gemeinderat von Wasserlosen sie zumindest als stellvertretende Bürgermeisterin nominieren würde.
„Wer das Votum der Wählerinnen und Wähler ernst nimmt, sollte diese Leistung auch in der Ämtervergabe widerspiegeln", so Gutgesell. „Das wäre nicht nur ein persönliches Zeichen für Simone Kreß, sondern vor allem ein Zeichen an die Bürgerinnen und Bürger: Eure Stimmen für ,Wasserlosen Gemeinsam' und für eine andere politische Kultur werden gehört."
Blick nach vorn
Auch wenn seine Zeit im Kreistag endet, will sich Wolfgang Gutgesell weiter einmischen – vor Ort in Wasserlosen und in den regionalen Netzwerken gegen Rassismus und Rechtsextremismus. „Ich gehe mit Wehmut, aber nicht im Groll", sagt er. „Mein politischer Kompass bleibt derselbe: Respekt statt Rassismus, soziale Gerechtigkeit statt Spaltung, und mehr Miteinander in unseren Gemeinden."
Sein Appell an die neuen Gremien in Landkreis und Gemeinde lautet: „Nehmen Sie die Sorgen der Menschen ernst, ohne sie gegeneinander auszuspielen. Und zeigen Sie Haltung, wenn es um Rassismus und Demokratiefeindlichkeit geht. Die Schilder sagen ,Respekt! Kein Platz für Rassismus' – jetzt müssen wir alle dafür sorgen, dass das nicht nur an der Wand hängt, sondern im Alltag gelebt wird."

